am kommenden Donnerstag mit einem sehr speziellen Gast: Tim Exile
Um 21 Uhr haben wir einen Rückblick auf das Soundportal ist 9 Geburtstagsfest im p.p.c für euch, und neue Remixes gibt es natürlich auch zu hören.
“The Radio Sessions” ab 22 Uhr haben in dieser Woche zu Gast: Tim Exile
Tim Exile. Er ist die größte Ein-Mann Band der elektronischen Welt. Mit seinem neuen Album „Listening Tree”, das auf Warp erschienen ist, vollzieht er einen Spagat, den sonst noch keiner vollzogen hat. Gothic Sounds treffen auf futuristische Electro-Elemente mit kryptischen Vocals, denn bei dem Briten Tim Exile geht es immer um die Veränderung des musikalischen Status Quo. Mit uns redet er über seine unglaublichen Liveperformances, seine klassische Musikausbildung und seine Marotte immer die Namen und Titel der Songs auf seinem Ipod zu löschen, damit er nur die Musik hört und keine Namen dazu im Kopf hat.
Tracklist erste Stunde (22 - 23 Uhr):
1. Tim Exile - Family Galaxy
2. Tim Exile - Thursday Evening Warp
3. Tim Exile - Noob Ending
4. Autechre - PlyPhon
5. Aphex Twin - Windowlicker
6. Benjamin Britten - Two Aquarelles: Gaily, but not too quick
7. Tim Exile - There Is Nothing Left Of Me But Her And This
8. Gary Numan & Tubeway Army - Are “Friends” Electric
9. Tim Exile - I Saw The Weak Hand Fall
Setlist zweite Stunde (23 - 24 Uhr):
1. Scott Walker - Farmer in the City
2. Bernard Parmegiani - Instant 0
3. Murcof - Ulysses
4. Substance & Vainqueur - Libration/Resonance (Roscoe reinterpretation)
5. Adrian Moore - Junky
6. Tim Exile improv (voice, synth, vocoder, FX)
7. Sunken Foal - On Platinum Rays
8. Sunken Foal - On Platinum Rays (Tim Exile fragmentation)
9. Bernard Parmegiani - Instant 0
10. Exile - Sliiime
11. Tim Exile shout (voice, FX)
12. Exile - Rage is the Beautiful Light that Struck her (Tim Exile reprocess)
13. Adrian Moore - Riverrun
14. Exile - Rage is the Beautiful Light that Struck her (Tim Exile fragmentation)
15. Exile - Rage is the Beautiful Light that Struck her
16. Murcof - Ulysses (Tim Exile reprocess)
17. Arvo Pärt - Tablula Rasa (Fratres)
18. Scott Walker - Farmer in the City (Tim Exile fragmentation)
19. Fennesz - Transit
20. Tim Exile - Bedpan (2-channel mix)
21. Tim Exile - Bedpan (2-channel mix)
22. Tim Exile improv (hyperventilation, FX)
23. Górecki - String Quartet no.2, Op. 64, Quasi Una
24. Górecki - String Quartet no.2, Op. 64, Quasi Una (faster)
25. Górecki - String Quartet no.2, Op. 64, Quasi Una (slower)
26. Górecki - String Quartet no.2, Op. 64, Quasi Una (faster)
27. Górecki - String Quartet no.2, Op. 64, Quasi Una (slower)
28. Górecki - String Quartet no.2, Op. 64, Quasi Una (faster)
29. Górecki - String Quartet no.2, Op. 64, Quasi Una (slower)
30. Górecki - String Quartet no.2, Op. 64, Quasi Una (Tim Exile fragmentation)
31. Tim Exile - I Don’t Know Where I’m Going
32. Clark - Distant Father Torch
33. Arvo Pärt - Tabula Rasa (Fratres)
34. Tim Shaw - Emergence pt 2 (2-channel mix)
35. Tim Exile - I Saw The Weak Hand Fall
Eine überwältigende, origamihafte Kutscheninstallation ziert zur Zeit den Schlosshof vonVersailles. Der Multimedia-Künstler Xavier Veilhan erschuf diese fuchsia-farbene, aus geschweißtem Stahl, Blech und Acrylfarbe gefertigte Kutsche, die von sechs kubistischen Pferden im Galopp gezogen wird.
Der Franzose kreierte mehrer Installationen für die Außenanlagen des Palastes: Große Bronzefiguren und kugelförmige Objekte sind an den Durchgängen auf dem Palastgelände angebracht, sowie in den Gärten, Höfen und Korridoren. Durch die absolut symmetrische Schlossarchitektur, werden seine Installationen ebenfalls perfekt symmetrisch angeordnet und somit zu etwas wirklich Herausragendem.
Die Ausstellung läuft bis zum 13. Dezember 2009. Um mehr über diese Installation und Veilhans Hang zu Purpur zu erfahren könnt ihr euch ein exclusives Interview aufvernissage.com ansehen. Und um mehr über seine Kunst herauszufinden besucht ihr am Besten seine Website.
Sechs Jahre hat das Kultduo Yello mit einer neuen CD auf sich warten lassen. Im Oktober 2009 meldet sich die Kultband mit der Scheibe “Touch Yello” und einem exklusiven virtuellen Konzert im Rahmen von Electronic Beats Classics zurück. Wir unterhielten uns vorab mit den Schweizer Musikern, Regisseur und Schriftsteller Dieter Meier und dem musikalischen Kopf des Duos Boris Blank über das neue Album, die Planungen der virtuellen Show und vermeintliche Pausen zwischen der Kreativität.
Herr Blank, sechs Jahre hat das neue Album “Touch Yello” auf sich warten lassen. Wieso?
BORIS BLANK: Zum einen bin ich ein sehr langsamer Arbeiter. Ich bin Perfektionist und habe nebenbei auch viele andere Sachen gemacht. Zum anderen arbeiten wir anders als die meisten Bands: Dieter Meier und ich setzen uns nicht regelmäßig zusammen, um an Songs zu schreiben oder zu proben. Ich arbeite eher wie ein Klangmaler, der ein Bild mit verschiedenen Farben mischt, es auch mal in die Ecke stellt und wieder hervorholt und vervollständigt, bis dann genug Stücke entstanden sind, die man auch der Öffentlichkeit präsentieren kann. Deshalb empfinde ich die Veröffentlichung einer CD auch eher als Ausstellung.
Was genau können sich die Fans von der neuen CD erwarten?
BB: Das Spektrum geht von extrem hartem Funk / Jazz über typische Yello-Stücke im Sinne von “Lost Again” bis hin zu Trompetenklänge von Till Brönner und Balladen der Schweizer Sängerin Heidi Happy, die beide als Gastmusiker auf dieser Platte vertreten sind. Zu hören sind klangliche Bildwelten, die sehr für das stehen, was Yello seit vielen Jahren verkörpert.
Was also kann man bei der virtuellen Live-Show erwarten?
BB: Bebilderte Klänge und ein Eintauchen in die verrückte Welt von Yello. Es wird visuell sicherlich sehr witzig, charmant und chaotisch. Sehr, sehr Yello-like eben.
Und wieso die Electronic Beats als Partner?
DIETER MEIER: Man ist auf uns zugekommen. Wohl deshalb, weil wir eine Band sind, die artistisch die Zügel immer in der Hand hielt. Wir sind ja eigentlich – das kann man wirklich so sagen – eher ein Kunstprojekt. Dazu kommt sicher auch, dass sich die Generationen nach uns immer wieder auf uns beziehen. Ich erlebe es oft, dass junge DJs und junge Musiker Yello sehr gut kennen und gerne eine Brücke schlagen zwischen unserer Ära und der Neuzeit. Wir waren stilistisch nicht in einem Trend festzumachen, sondern sind immer sehr eigene Klangwege gegangen. Für Electronic Beats waren das offenbar gute Grundvoraussetzungen.
Yello galt und gilt immer noch als Band, die sich ständig neu erfindet. Wie schwierig ist es nach drei Jahrzehnten noch neue Ansätze zu finden?
BB: Ich denke nicht, dass wir zwangsläufig immer etwas ganz Neues kreieren konnten. Wenn man ein Gesicht mal hat, kann man es nicht immer ändern. Das können allenfalls Leute, die chirurgisch vorgehen – oder eben Madonna, die alle zwei Monate ein neues Kleidchen anzieht und in die zeitgenössischen Trends einsteigt. Aber ich glaube schon, dass diese Stimmung, die Yello als Band ausmacht, immer noch verschiedene Anreize bietet und zeitgemäß ist.
Ihr habt mit eurer Musik die Welt der elektronischen Musik mitgestaltet. Wie steht Ihr der heutigen Techno-Bewegung gegenüber, die sich daraus entwickelt hat?
Es gibt sehr viel interessantes, aber leider auch vieles, bei dem die Technologie eher mit den Musikern spielt, als dass die Musiker mit der Technologie spielen. Es ist ja heute sehr einfach geworden, schnell etwas sehr nett Klingendes auf die Beine zu stellen, aber bei vielen Stücken fehlen mir Identität, Eigenheit und auch Kühnheit. Dadurch kann diese neue Musik nicht mehr leisten, was neue Musik eigentlich leisten soll: dass sie dich irgendwo berührt, wo du noch nie berührst wurdest.
Könnte man Sie (Dieter Meier) heute also rein theoretisch noch in einem angesagten Berliner Electro-Club treffen?
DM: Doch, schon. Ich gehe ja sehr gerne aus, in Berlin sowieso immer. Andererseits habe inzwischen so viele Projekte am Laufen, dass ich jetzt nicht mehr so oft und viel auf der Piste bin wie früher.
Stichwort: Berlin. Für viele ist die Stadt ein Schmelztiegel elektronischer Musik. Wie wichtig war und ist Berlin für diese Szene?
DM: Berlin zieht Künstler aus aller Welt an. Ich glaube, dass aus dieser Fusion der verschiedensten Einflüsse etwas Neues entsteht, das der dortigen Szene eine ganz eigene Note verleiht.
Herr Blank, sie haben Ihre Arbeitsweise mal als sehr undemokratisch beschrieben, weil Sie bei der Komposition ungern Zuhörer haben und auch Dieter Meier die Songs angeblich erst in die Finger bekommt, wenn Sie damit fertig sind.
BB: Ich bin wie ein Eremit, der in Klausur arbeitet, wie ein Kind, das im Sandhaufen spielt: es ist wie eine Meditation, bei der ich nicht gestört werden will. Ich mag es nicht so, wenn mir Leute bei der Erschaffung dieser Klangwelten über die Schulter gucken.
Warum war und ist Dieter Meier dann überhaupt so wichtig für Yello?
Dieter Meier macht die Texte, meistens die Gesangsmelodien, die Videos und bringt viele Ideen, auch für die virtuellen Show. Yello ist ohne seine Stimme nicht denkbar und existiert nur durch uns beide. Wir sind ein Paar, das sich sehr gut ergänzt: er ist oft weg, und das gibt mir Zeit, ungestört an meiner Musik zu arbeiten. Wenn Dieter dann im Studio ist, entwirft er soetwas wie eine Filmrolle und wird zum Darsteller in meinen Klangbildern.
Herr Meier, wie muss man sich die Zusammenarbeit zwischen Ihnen und Boris Blank vorstellen? Eingangs erwähnten Sie, bei der eigentlichen Komposition der Yello-Stücke gar nicht dabei zu sein. Stehen Sie trotzdem im stetigen Kontakt?
DM: Menschlich schon, aber musikalisch sind wir wie zwei Fernschachspieler, die sich da gegenseitig die Züge zuschicken. Boris schafft diese wunderbaren Klangwelten, ich erfinde dazu dann meistens Texte und eine Gesangsmelodie. Zusammen bauen wir dann einen Song daraus. Boris arbeitet wie gesagt sehr lange an seinen Stücken, aber bei mir ist mein Arbeitseinsatz eher wie ein Wurf, der gelingt oder eben nicht.
Am Anfang haben sich Ihre Alben nur mäßig verkauft, außerdem haben Sie den Erfolg von Yello über all die Jahre laut eigener Aussage ‘nie aktiv vorangetrieben’. Wieso wurde die Band trotzdem zum Kult?
DM: Vielleicht gerade deshalb. Wir haben uns nie als Marketingprodukt verstanden, sondern immer ehrliche Musik gemacht, die man in keine Schublade oder in einen Trend stecken konnte. Das kann anfangs den Nachteil haben, dass der unmittelbare Erfolg etwas kleiner ausfällt, aber es hat eben auch den großen Vorteil, dass man irgendwo auch zeitlos bleibt.
Aus der Vermarktungsperspektive stand für Sie beide immer fest, dass Dieter Meier eher die Hauptrolle in der Band übernimmt? Es fällt auf, dass Sie sich bei der Berichterstattung eher im Hintergrund bewegen.
BB: Das liegt in der Natur unserer Persönlichkeiten. Ich stand schon immer lieber in der zweiten Reihe, weshalb Dieter die Rolle des Auftritts nach außen übernehmen musste. Das macht er auch sehr gut.
Eure Anzüge, die Ihr bei jedem Auftritt tragen, verkörpern diese Zeitlosigkeit dann auf visueller Ebene?
DM: Nein, das hat trivialere Gründe: Ich hab einfach gerne vernünftige Jacketts und Anzüge an und trage auch privat Krawatten und all diesen Kram. Der Stil ist also kein künstlicher, sondern Teil meiner Realität. Ich war nie ein verkleidetes Yello-Mitglied und ich glaube auch nicht, dass unser Auftreten für unseren Erfolg mitverantwortlich war.
Welche Rollen spielen bei denn die Schnurrbärte, die fast schon zum Markenzeichen von Yello wurden?
BB: Ich habe einen zu großen Abstand zwischen Oberlippe und Nase, den ich mit einem kleinen Schnurrbart kaschieren kann. Bei Dieter ist es genau umgekehrt: er hat einen schmalen Abstand zwischen Oberlippe und Nase, den er mit einem grossen Schnurrbart verdeckt. Das ist die ganze Wahrheit.
Herr Meier, man liest im Zusammenhang mit Ihrer Person immer wieder drei Begriffe: es heißt, Sie seien vor vielem anderen kultiviert, exzentrisch und visionär. Wie würden Sie sich selbst beschreiben? Immer noch als ‘Individual-Anarchist’, wie Sie es mal getan haben?
Nein, das ist so ein blöder Ausdruck, der sich irgendwie ins Internet geschmuggelt hat. Ich sehe mich eher als Produzent, der irgendwie versucht, das Kind in sich und seine Identität zu finden. Als jemand, der ständig damit beschäftigt ist, all diese Verschüttungen durch Schule und Erziehung freizulegen, um eben das zu finden, was einem die Götter gegeben haben. Bei diesem Findungsprozess entstehen in meinem Fall verschiedene Produkte und Betriebe an verschiedenen Orten der Welt, von Mischpulten über Agrarprodukte bis hin zu Bildern und Musik.
Sie haben es durch die Blume schon erwähnt: Sie sind ein sehr guter Geschäftsmann. Aber müssen wahre Künstler nicht in gewisser Art und Weise arm sein, um ihre Zerrissenheit und Getriebenheit zu behalten?
DM: Nein, das sehe ich überhaupt nicht so. Wieso muss ein Künstler arm sein, um große Kunst zu schaffen? Das ist so eine sehr bürgerliche Vorstellung vom angeblichen Leid des Künstlers, aber so muss es natürlich nicht sein. Es gibt viele arme Künstler, die ein Leben lang arm sind und kein Werk von irgendeiner Bedeutung hinterlassen, und andere, die sehr früh schon reich geworden sind und ein bedeutendes Werk erschaffen. Die Gefahr liegt in meinen Augen eher darin, dass man mit zunehmendem Erfolg zum Epigonen seiner Selbst wird und sich mit dem wiederholt, was einmal der Masse gut gefallen hat. Wenn man als Musiker einmal größere Summen verdient hat, fühlt man sich oft auch vor sich selbst verpflichtet, diesen Erfolg zu wiederholen. Es ist eine ziemliche Herausforderung, dass man - obwohl die Welt einen sozusagen vergoldet hat – kreativ weiter atmet und nicht stirbt wie die Dame im James Bond Film.
Sie sind in eine Schweizer Bankiersfamilie aufgewachsen und haben sich über die Jahre ein ansehnliches Vermögen aufgebaut. Welches Verhältnis haben Sie zu Geld?
DM: Es klingt wie ein Klischee, ist aber die Wahrheit: Geld ist für mich ein Arbeitsmaterial, mit dem ich – wenn ich es zur Verfügung habe – meinen Zirkus vergrößere. Früher war es noch ein Kleinzirkus mit einem Esel und einem Affen, inzwischen ist es ein Zirkus, in dem auch ein paar Elefanten und gewagte Trapeznummern auftreten. Aber ich glaube, die Qualität ist nicht gegeben durch die Masse. Man kann mit sehr wenig sehr viel machen und umgekehrt. Wenn wir so eine Live-Show mit Electronic Beats planen, vergrößern wir unseren Zirkus auch gerne, aber wenn das alles nicht mehr ginge, wäre ich wahrscheinlich mit einem Bleistift und ein paar Blättern Papier genauso glücklich. Man darf nicht vergessen, dass ein großer Zirkus auch viele organisatorische Verpflichtungen voraussetzt, die als Gewicht auf den Schultern lagern. Die Leichtigkeit des Tuns sinkt dann ganz schnell.
Irgendwie ist Ihre Person auf keinen gemeinsamen Nenner zu reduzieren. Ist das etwas, das Sie Ihren Kindern auch als Lebenseinstellung vermitteln? Sich ständig auszuprobieren, Neues zu machen und nie zufrieden zu sein mit dem Ist-Zustand?
DM: Mit Unzufriedenheit hat dieser Antrieb nichts zu tun. Es ist eher eine Entdeckerfreude. Was ich versuche, meinen Kindern weiterzugeben, ist ein Sich-Wundern, ein Sich-Einlassen auf Dinge und auch vor Niederlagen keine Angst zu haben. Unsere Welt verhöhnt ja den, der etwas probiert und scheitert. Das ist natürlich etwas Schauriges, und die Angst davor hindert viele Leute davor, sich zu finden oder zu erfinden.
Das so genannte Scheitern darf nicht als Niederlage stigmatisiert werden. Es ist genauso Teil der Erfahrung wie der Erfolg, welcher gerade bei Künstlern oft mit Glück und Zufall zu tun hat.
Was ist für Sie wahrer Luxus?
DM: Das hängt vom Tag ab. Es gibt ja dummen Luxus und wirklich guten Luxus, aber das ist ein weites Feld. Der größte Luxus ist aber tatsächlich die geistige Freiheit. Die Tatsache, nicht in einem System leben zu müssen, dass dich einmauert. Die Freiheit, sich als ein winziges Stück Welt zu suchen und auf dem nie endenden Weg zu werden wie ein Kind.
Herr Blank, wenn Sie mal ganz an Ihre Anfänge zurückdenken: Worin bestehen die größten Unterschiede zwischen der Herstellung Ihrer ersten Platte und der Herstellung der aktuellen Scheibe?
Ich bin inzwischen weniger hastig und ungeduldig. Damals habe ich die Stücke ausgeschmückt wie einen Christbaum, es konnte nie genug Schmuck darauf sein. Die Musik war extrem quirlig und man hörte sofort, dass ich diese Klanggebäude extrem vollgestopft hatte. Heute fühle ich mich eigentlich ganz wohl damit, dass man unsere Musik etwas mehr durchfühlen kann. Sie ist weniger zappelig und nervös. Aber in der Phantasie und im strukturellen Aufbau sind wir dieselben geblieben. Till Brönner hat neulich zu mir gesagt, dass man schon nach zwei Takten hören kann, wenn es ein Song von Yello ist. Das ist das schönste Kompliment, das man mir machen kann. Denn es beweist, dass unsere Eigenart, unser Gesicht und unsere Widererkennbarkeit noch immer vorhanden sind.
Electronic Beats Classics presents Touch Yello: Dieses bahnbrechende Event wird am 1. Oktober 2009 im historischen Kino International Berlin stattfinden.
Das neue Album von Yello “Touch Yello” erscheint am 2.Oktober bei Universal-Music.
[...] und den Hot-Spots London, New York und Berlin quasi aus dem Koffer lebt und anderseits Boris, der Elektronik-Mönch, der sich am liebsten in seinem Studio in Zürich einschließt und wie ein Maler seine Klangwelten [...]
Tetris ist wohl das bekannteste und weitverbreitetste Video-Spiel überhaupt. Aber eine lebendige Version sieht man dann doch eher selten. Hier haben sich ein paar Jungs von Freebord zusammengetan und performen auf einer Strasse in San Francisco eine nächtliche Partie.
Was hier auf den ersten Blick wie ein normales Skateboards aussieht, ist eigentlich ein Freebord: ein eher Snowboard - ähnliches Gefährt. Durch 2 zusätzliche Rollen in der Mitte des Bords und Schnallen wie bei Snowboards kann man allein durch Gewichtsverlagerung den steilsten Berg hinabfahren und hat dabei volle Geschwindigkeitskontrolle.
Fallen Euch noch mehr Video-Games ein, die man damit nachspielen könnte?
Der Gorillaz und Blur-Frontmann Damon Albarn will es im Alter von 41 Jahren und Dekaden des Pop nun wissen; er möchte gerne die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2012 in London organisieren und künstlerisch betreuen.
Dies ist nicht sein erster Ausflug in die Hochkultur, sowohl seine Affinität zur Oper als auch die Arbeit für BBC bei den Olympischen Spielen im letzten Jahr in Peking, seien an dieser Stelle erwähnt. In Peking war der Chinese Zhank Yimou, in Athen 2004 der Australier Andrew Walsh für das kreative Gelingen der Feier zuständig. Erste Gespräche zwischen dem Olympischen Organisationskommittee (LOCOG) und Albarnhat es scheinbar schon gegeben, Albarn scheint der Favorit auf den Posten zu sein. Doch auch der Oscar-nominierte Regisseur Stephen Daldry rechnet sich gut Chancen aus oberster Zeremonienmeister zu werden, außerdem hat ein Sprecher des LOCOG bereits klargemacht, dass die endgültige Entscheidung erst in einigen Monaten getroffen wird, es bleibt also spannend.
Bereits im frühen Sommer hatte Stefan Kozalla alias Koze angekündigt, dass er zusammen mit Marcus Fink sein eigenes Label Pampa Records gründen möchte, jetzt ist auch die erste Veröffentlichung in der Pipeline, die am 6. Oktober erscheinen wird.
Es ist davon auszugehen, dass Fink, der Labelmanager bei Get Physical ist, sich um die strukturelle und organisatorische Labelarbeit kümmert und Koze für die musikalische Richtung verantwortlich ist. Zur Ausrichtung seines Labels und der ersten Veröffentlichung hatte Kozalla vor einigen Monaten im Interview mit frohfroh folgendes gesagt:
Davon [Pampa Records] ist eigentlich nur zu erwarten, dass es fantastische Musik veröffentlicht. Die erste Nummer werden Die Vögel sein. Das sind Freunde von mir, die mit Tuba und Herdenflöte, Bassdrum und Shaker ganz tolle Musik machen – mit ganz wenigen Zutaten nur. Die zweite wird Jackmate sein, der tolle organische, soulige Tracks gemacht hat, die aber nicht sein normaler Style sind. Eigentlich werde ich versuchen aus dem Freundeskreis Leute zu motivieren, mir doch Musik zu schicken, bei der sie sich nicht so ganz sicher sind, die anders sind als das was sie sonst machen, solche Ausrutscher oder Unfälle – und letztendlich doch tight Club. Das wird kein Ambient, sondern jede Nummer soll im Club spielbar sein. Also eigentlich Tracks, die man als DJ sucht, um seine Sets aufzulockern, die den Techno-Kontext ein wenig verlassen und mit anderen Sounds und Stimmungen arbeiten. Da bin ich immer ganz heiß drauf so etwas zu finden.
In Anbetracht des momentanen Techno-Autismus, der sich in der Masse an funktionalen wie langweiligen Krachern wiederspiegel, ist es auf jeden Fall erfrischend, dass ein Label an den Start geht, welches sich auch den weniger plakativen Produktionsvorgängen widmet.
Die erste Katalognummer von Die Vögel erscheint am 19. Oktober.
Passend zum 200. Todesjahr von Joseph Haydn gibt es jetzt das Projekt Re:Haydn. Auf insgesamt 12 Tracks wird die eher unbekannte Musik des österreichischen Hofkomponisten so vertont, dass sogar teilweise tanzbare Clubnummern daraus entstehen.
Geremixt haben nationale KlangkünstlerInnen wie die Grazerin Clara Moto, das Dorian Concept, das vor kurzem beim Amadeus nominiert war, oder auch die extra für dieses Projekt zusammengewürfelte Supergroup Wolfram Amadeus Pulsinger, bestehend aus Marflow und Patrick Pulsinger. Aber auch Künstler aus dem Ausland könnten für diese eher ungewöhnlichen Auftragsarbeiten gewonnen werden: Krazy Baldhead vom französischen Ed Banger Label hatte ebenso seine Finger an den Reglern wie der deutsche Shir Khan. Vorab reinhören könnt ihr schon einmal hier und eine ausführliche Album Besprechung gibt es am Donnerstag, 24.9. in Electronic Beats on Air im Soundportal ab 21 Uhr.
Es soll aber nicht das einzige Werk dieser Art bleiben, viel mehr ist eine regelmäßige Serie geplant, nächstes Jahr würde sich ja Frédéric Chopin anbieten, sein Geburtstag jährt sich zum 200. Mal.
Tracklist:
01 Krazy Baldhead - Straight Opening Her Fertile Womb
02 Clara Moto - Re:Haydn Remix
03 Ogris Debris - Hayday Vision
04 Moulinex - Hidin‘
05 Alexander Robotnick - Re:Haydn Remix
06 Leitstrahl - Nymphony 1985 in A-Major mess
07 Wolfram Amadeus Pulsinger - Sonate 59 Remix
08 Shir Khan - Do it like a Kaiser Remix
09 AGF/Delay - Chaos
10 Stereotyp - One Night Remix
11 CEE - Come and Go Remix
12 Dorian Concept - Re:Haydn Remix
Gewinnspiel:
Wir verlosen 2 CDs von Re:Haydn - Einfach eine E-Mail schreiben an lukas@electronicbeats.net, Betreff “Re:Haydn”.
Name und Adresse bitte nicht vergessen, CD kommt via Post zu euch. Einsendeschluss ist der 1.Oktober.
Re:Haydn erscheint am 5.Oktober auf Deutsche Grammophon / Universal.
[...] Klangbilder sorgen und einige seiner zahlreichen Facetten wie zum Beispiel seinen Beitrag auf der Re:Haydn Compilation zum Besten geben. Auch Marflow, der bei der vergangenen EB Recommends Tour als DJ dabei war, sowie [...]
[...] auch Patrick Pulsinger wird mit von der Partie sein, und vielleicht findet auch sein Beitrag vom Re:Hadyn-Album Platz in seiner Playlist. Des Weiteren sind mit Âme vom Innervisions Label und [...]
Am 22. Oktober erscheint Redshapes lang erwartetes Album-Debüt The Dance Paradox auf dem holländischen Label Delsin. Die Neuerscheinung verspricht gekonnt ausgeklügelte und deepe Tracks in Detroit-Manier, als auch elektronische Skizzen jenseits des Dancefloor-Diktats.
Die Maske ist fester Bestandteil von Redshapes Auftreten bzw. Marketing-Konzept. Vielleicht möchte er damit auf die Anfangszeiten von Techno anspielen, in der es eben um Technik ging, um die Musik an sich - nicht um Fame. Damit distanziert er sich klar von Technoprojekten, die zu purem Pop geworden sind und entzieht sich der Kommerzialisierung seiner Persönlichkeit, indem er die Maske auch bei Club-Aufritten trägt. Vielleicht geht es ihm aber auch darum, ein Geheimnis aus sich zu machen, um noch mehr Aufmerksamkeit auf sich zu lenken… Es sei dahingestellt. Und letztendlich dürften schon einige Leute davon Wind bekommen haben, wer er ist und dass es sich um keinen Frischling im Business handelt.
Schon der erste Track von The Dance Paradox - “Seduce Me” - verführt mit bittersüss klingenden Synthie-Klängen, live eingespieltem Becken und Elektro-Sounds. Im folgendem landet man dann auf einem Trip zwischen magisch-meditativen Melodien, experimentellen Drums und schweren Bässen. Die Mysteriösität, die Redshape um seine Person strickt, scheint gar nicht so weit entfernt von dem zu sein, was seine Musik beinhaltet und transportiert. Er pflanzt undurchsichtige, mystisch wirkende Klanggärten, durch die man gerne einen Spaziergang macht.
The Dance Paradox erscheint am 12. Oktober 2009 bei Delsin, NL.
Tracklist:
01. Seduce Me
02. Garage GT
03. Bound (Part 1 & 2)
04. Man Out of Time
05. Globe
06. Rorschach’s Game
07. Dead Space Mix (Edit)
08. Dark & Sticky
Übrigens: Auf unserer diesjährigen Slices Audio Collection Vol. 1 ist der Mann mit der roten Maske mit dem Track “Blood Into Dust” vertreten.
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