EMI und die roten Zahlen

Category: Music
EMI und die roten Zahlen

Das goldene Zeitalter der Plattenindustrie, in dem man dem Musikfreund die absurdesten Preise aufdrücken konnte und mit unzähligen Best-Of-Boxen quasi die Gelddruckmaschine im Kellerarchiv stehen hatte, ist Dank des Internets und MP3 vorbei und so recht hat keine der großen Plattenfirmen dieser Entwicklung Rechnung getragen. So steckte man viel Geld und Energie in unsinnige Raubkopierer-Kampagnen, anstatt sich innovative Verkaufs-Modelle zu überlegen und, was in der Konsumwirtschaft dann doch tendenziell wichtig ist, die Bedürfnisse der Kunden zu berücksichtigen.

Daher ist es nicht sonderlich verwunderlich, dass bei EMI gerade die Alarmglocken läuten. Im letzten Geschäftsjahr machte die Heimat von Depeche Mode, den Beatles oder auch Robbie Williams 1,8 Milliarden Euro Verluste. Die Schuld hieran trifft jedoch weniger die bösen Raubkopierer, sondern jahrelanges Missmanagement und die Übernahme durch einen Private-Equity-Fonds. Bleibt zu hoffen, dass die großen Plattenfirmen langsam mal aus ihren Fehlern lernen und technische Innovation nicht als Feind, sondern als Chance begreifen.

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