Lang hat es gedauert, bis der Sommer sich in Österreich hat blicken lassen. Doch rechtzeitig zum Beginn des Eristoff Tracks Urban Art Forms presented by Electronic Beats von 3. - 6. Juni in Wiesen stiegen die Temperaturen und bescherten uns ein Wochenende voller Musik, Party und Sonne.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Der Star des Festivals waren die Visuals. Unzählige LCD-Videowände, Würfelelemente und massig Laser setzten an diesem Wochenende einen neuen Maßstab, der auch ausserhalb Österreichs ganz vorne mitspielt.
Aber auch Musik wurde geboten. Am ersten Tag gingen Acts wie Armand van Helden und Digitalism zu Werke. Der Amerikaner spielte am frühen Freitag Abend ein Potpourri aus Hits der letzten drei Jahrzehnte, die zwei Herrschaften Jens Moelle und İsmail Tüfekçi von Digitalism bretterten danach sicherlich das beste Set des Abends in den Staub des Festivalgeländes in Wiesen. Harte und treibende Beats, ohne dabei die Melodie zu vergessen: Das war das Erfolgsrezept an diesem Abend.

Viele im Publikum waren aber wegen einem Künstler aus Frankreich gekommen. David Guetta, der vieldiskutierte und im Vorfeld sehr strittige Headliner des ersten Tages, bescherte beste Stimmung, wenn auch sein Set für manch einen eher gewöhnungsbedürftig war. Dem Großteil des Publikums hat es gefallen. Auf der Red Bull Music Academy Stage am Beginn des Campinggeländes tanzte in der Zwischenzeit die Party-Meute zu Klängen heimischer Künstler wie Clara Moto oder Patrick Pulsinger ab. Nachdem der Chart-Stürmer die Mainstage wieder freigegeben hatte, übernahm Alexander Ridha alias Boys Noize das Ruder. Der Funke sprang sofort auf das Publikum über und machte den Freitag zu einem perfekten Start in das Festivalwochenende.
Am Samstag war das erste Highlight nicht auf der Mainstage zu finden, sondern nebenan auf der Drum’n'Bass-Stage. Denn John B, der Mann der auch im Vorfeld die sehr zu empfehlende UAF Klangbilder 2 gemixt hat, brachte mit den für ihn typischen Sound die Erdbeergemeinde Wiesen in Schwung. Ein eingestreuter Depeche-Mode-Remix wurde von der tanzenden Menge frenetisch gefeiert. Pop meets Drum’n'Bass – sehr nett.
Auf der Mainstage war zur gleichen Zeit Carl Craig routiniert zugange, ehe der deutsche Technopapst Sven Väth seine Messe zelebrierte. Knackige Technobretter, zeitlos wie auch der Dramaturgie-Bogen. Wer es bis dato nicht wußte: Sven Väth ist nicht nur ein guter Entertainer, sonder auch ein richtig guter DJ. Das Hamburger DJ-Duo Moonbootica setzte danach seinen Arbeitsauftrag perfekt um und packte den Hit-Wurlitzer aus. Hits! Hits! Hits! am laufenden Band.
Bevor die Sonne aufging, übergaben Moonbootica an Kollegen Stephan Bodzin, der die Mainstage an diesem Wochenende ein letztes Mal beschallen sollte.
Für die wirklich konditionell starken Besucher gab es dann ab Sonntag Mittag in der Wiener Pratersauna einen Nachschlag in Form der Aftershow-Party. Mit am Start waren Sebastian Leger und Moguai, der sich für die andere Festival-CD, die Urban Art Forms Klangbilder 1 verantwortlich zeigt.
Ein perfekter Abschluss, denn was könnte das größte Festival für elektronische Musik in Österreich besser beenden als ein sonniger Nachmittag am Pool der Pratersauna. Danke UAF, schön war’s. Bis nächstes Jahr!


EB - Österreich 









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