
Superpitcher
Benedek Nagy aka Bene aus Wien fiel uns auf, weil er auf Facebook ganz wunderbare Momentaufnahmen mit seinen Fahrgästen präsentiert. Uns hat er erzählt, wie es dazu kam, dass ziemlich oft DJs und Produzenten in seinem Taxi sitzen:
„Ich bin ein stinknormaler Taxilenker, aber Wien ist klein und die Szene überschaubar und so kam es, dass die Leute, die um mich herum sich damit beschäftigen, heute DJs und Veranstalter sind. Voller Eifer für die Karriere haben sie jedoch vergessen einen Führerschein zu machen… So führte eines zum anderen und es hat sich schnell herumgesprochen, dass es jemanden Verlässliches gibt, der einem diesen Teil des Abends abnimmt.“

Jahcoozi
Also fährt Bene unter der Woche ganz regulär Taxi und sorgt des Wochenendes dafür, dass die Musikmacher rechtzeitig vor ihrem Publikum stehen, geht mit ihnen Essen oder begleitet sie zu Interviews:
„Den Großteil der Musiker, die ich gefahren habe, höre ich selber, aber nicht aktiv. Das heißt, wir haben hier das Glück in Wien von zwei anspruchsvollen Radiosendern beschallt zu werden (FM4 und superfly!) und da ich sie sehr viel höre, bekomme ich viel mit. Es finden aber fast nie Gespräche über die Musik oder Produktionen statt, die führen sie ja schon in Backstageräumen und Studios. Allein die Jungs von Laserkraft 3D hab ich ausgequetscht, weil ich einfach das Video so genial finde und mich es interessiert hat wie es zustande gekommen ist.“

Shinedoe

Moodymann
Da natürlich auch im Clubbetrieb nicht immer alles ganz reibungslos abläuft, Promoter mitunter verpeilt sind oder Flüge verspätet ankommen, fungiert Bene auch als Puffer:
„Wenn zum Beispiel irgendwelche Künstler angepisst aus Flieger steigen und mich beginnen anzumachen, sage ich meist: ‚Ihr könnt mich weiterhin anschreien, aber das Problem wird hier nicht gelöst werden. Sorry! Aber wir können auch eine angenehme Zeit verbringen, ich erzähl euch unterwegs was von der Stadt und wenn wir den Promoter dann treffen, machen wir ihn gemeinsam fertig!’ Das beruhigt sie meistens. Und der Veranstalter kriegt es nicht mit den geballten Emotionen zu tun.“

Jennifer Cardini
Negative Erlebnisse gibt es kaum, die meisten Künstler beschreibt Bene als umgänglich:
„Guru von Jazzmatazz, Afura und Jeru The Damaja zu treffen, waren wirklich sehr angenehme Erfahrungen für mich. Rob Birch von den Stereo MCs, der 40 Minuten auf mich am Flughafen warten musste und nachher sah, dass die Autobahn wegen eines Unfalls gesperrt war, meinte nur: ‚Kein großes Ding! Gott sei Dank warst du nicht selbst in den Unfall verwickelt.’ Planet Asia begann vor seinem Auftritt noch im Auto zu freestylen und meinte, dass er noch ein wenig bleiben möchte. Allein bei den US-Rappern kommen manchmal Starallüren auf, welche sie dann doch ablegen, vermutlich wegen meiner unkomplizierten Art. Mit vielen habe ich mich auch, soweit es Facebook zulässt angefreundet, oder bin zumindest in Kontakt.“

Jeru the Damaja

Raekwon
Da Bene qua Profession ein ausgemachter Radio-Experte ist, hier seine Tipps:
Auf FM4:
Gilles Peterson’s Worldwide Show
Solid Steel Radio Show
Davidecks
Digital Konfusion
Tribe Vibes
Reality Check
Auf Superfly:
The Loud Minority Radio Show
Message Radio Show
Joja’s Nightedit
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