Vom zweiten Album, heißt es oft, hängt ab ob eine Band Zukunft hat oder nicht. Solche Kassandrarufe interessieren MIT nicht. Ihr Album entstand aus tiefstem Interesse für ihre Sache. Der Debut-Nachfolger Nanonotes überzeugt mit eben dieser Selbstsicherheit. MIT verfolgen ihren Weg und die Sterne stehen verdammt gut.
MIT gelang der Traum einer jeden Band. Entdeckt vom Peaches-Manager, dem sie während einem ihrer Konzert ein Demo in die Hand drückten, führte ihr Weg steil nach oben. Mit dem Erstlingswerk Coda bespielten sie bereits mehrere Kontinente.
Nanonotes zeigt nun eine Weiterenwicklung ihrer Klangästhetik. Der Sound erinnert in manchen Passagen an Kraftwerk. Und siehe da- es ist Kraftwerk. MIT konnten Emil Schult(Ex-Kraftwerk) als eine Art Mentor gewinnen. Und was als Synthie-Pop-Unterton zu spüren ist, steht in Zusammenhang mit dem Album-Produzenten Jas Shaw, einer Hälfte von Simian Mobile Disco. MIT erzählten uns, wie es dazu kam:
Ihr seid eine Band, die sich intensiv mit den Anfängen deutscher, elektronischer Musik auseinandersetzt. Was bedeutet es euch ein Mitglied von Kraftwerk für die Arbeit am Album gewonnen zu haben?
Emil Schult kennengelernt zu haben und nun seit fast einem Jahr intensiv mit ihm zu arbeiten ist für uns das größte Geschenk. Wir beschäftigen uns intensiv mit den Ursprüngen elektronischer Musik - gleichzeitig ist unser größtes Anliegen moderne Musik zu schaffen. Emil Schult ist sozusagen unser Bindeglied. Unsere Zusammenarbeiten gehen allerdings weit über die Musik hinaus. Wir führen lange Gespräche über Artwork, Performance und alles was uns beschäftigt.
Was ist für euch der größte Sprung, den ihr zwischen dem Debüt und dem nun zweiten Album vollzogen habt?
Im Grunde ist es kein Sprung sondern eine logische Weiterentwicklung unserer Musik. Mehr als zuvor haben wir darauf geachtet moderne Musik zu schreiben. Die Positionierung und der Bezug auf die Ursprünge der elektronischen Musik sind für uns unverzichtbare Stationen; ohne ein Bewusstsein dafür zu entwickeln wie elektronische Musik enstanden ist, kann man sich eben auch nicht vorstellen in welche Richtung es sich weiterentwickeln könnte.
Nanonotes erscheint Pop-orientiert. Würdet ihr das dem Einfluss von Simian Mobile Disco-Mitglied Jas Shaw zuschreiben oder war euch vor dem Album schon klar, dass ihr euch dieser Richtung annähern wollt?
Für uns gibt es kein Pop. Wir interessieren uns für Musik.
Warum habt ihr euch für Jas Shaw als Produzent entschieden?
Jas hat unsere Demos gehört und war sehr begeistert. Wir haben uns getroffen und uns so gut verstanden, dass wir es einfach gemacht haben. Keine großen Überlegungen. Er hat maßgeblichen Einfluss auf den Klang der Platte genommen und uns aus vielen Sackgassen rausgeholt. Eine tolle Zusammenarbeit.
Textlich befindet ihr euch zwischen intellektuellem Spaß und eingängigen Phrasen, die zu echten Ohrwürmern werden. In eurer ersten Single Pudong heißt es “High-Tech verpflichtet”- und doch arbeitet ihr analog. Kehrt ihr dem Zwang nach der neuesten Technik bewußt den Rücken zu?
Oft ist es besser sich nicht zu gut auszukennen. Wir versuchen unser Set-Up in der Entstehungsphase neuer Lieder möglichst simpel zu halten um zumindest technische Komplikationen auszuschließen. Wenn wir dann erst im Studio sind haben wir immer leute dabei die sich besser auskennen als wir und unsere Ideen zumindestens technisch verwirklichen können.
Sind Remixe geplant?
Ja, unsere guten freunde von COMA haben bereits einen Remix von ‘Pudong’ gemacht - weitere Mixe folgen.
Ihr habt bereits viele Länder bespielt, wart zuletzt sogar in China und Indien. Wann seid ihr wieder unterwegs und welche Stationen stehen diesmal auf dem Tour-Plan?
Wir spielen jetzt noch vereinzelte Festivals bevor wir dann Anfang nächsten Jahres auf große tour gehen. Große Weltreisen sind ebenso in Planung.
Danke MIT!
Nanonotes erscheint am 10. September via V2/Cooperative.
Am selben Tag spielen MIT auf der Hangar-4 Stage des Berlin Festivals. Als kleinen Appetizer hier ihre 1. Single Pudong:


EB - Österreich







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