Es gibt wieder Neuigkeiten vom legendären Schweizer Duo! An Freitag, dem 4. Dezember, veröffentlichen Yello eine eindrucksvolle Special Limited Edition DVD. Das Package enthält das reguläre Album Touch Yello plus sechs weitere großartige Bonus-Tracks mit den Titeln: “X-Race”, “Petro Oleum”, “Oh Yeah 2009″, “Umbria”, Bostich (Duck Mobile), Scorpio Rising, sowie die komplette DVD Touch Yello - The Virtual Concert.
Eine Zusammenfassung des Screenings in Wien findet ihr hier.
Ein weiteres Schmarkerl für Yello-Fans: Dieter Meier und Boris Blank wurden erst kürzlich vom FELD Magazin interviewt. Das seriös-unverschämte Herren-Magazin aus Berlin, welches sich nicht nur an den kunst-, mode- und politikinterssierten Mann, sondern auch an die intelligente Frau richtet, entlockten Yello das Geheimnis ihres perfekten Sounds. FELD begleitete die Pioniere der elektronischen Musik auf ihrer Jagd nach neuen Klängen und auf der unermüdlichen Suche nach Versöhnung von Pop mit wahrer Kunst.
Am Montag machte erstmals Electronic Beats Classics außerhalb von Deutschland Station und brachte das Schweizer Duo Yello mit ihrem virtuellen Konzert Touch Yello nach Wien. Wie schon bei der Weltpremiere in Berlin waren auch diesmal wieder die beiden Hauptprotagonisten Boris Blank und Dieter Meier im Wiener Gartenbaukino anwesend.
Doch gleich zu Beginn stand zunächst eine Dame im Mittelpunkt, die nicht nur mit ihrem schweizerdeutschen Dialekt zu begeistern wusste. Die junge Schweizerin Heidi Happy, die ebenso wie Ausnahmetrompeter Till Brönner als Gastmusikerin in Touch Yello auftritt, gab im Vorfeld drei Songs live zum Besten und stimmte die Anwesenden auf das Highlight des Abends ein.
Dieter Meier und Boris Blank, die beiden Köpfe hinter Yello könnten unterschiedlicher nicht sein: Dieter, der Weltbürger der zwischen seinem Weingut in Argentinien und den Hot-Spots London, New York und Berlin quasi aus dem Koffer lebt und anderseits Boris, der Elektronik-Mönch, der sich am liebsten in seinem Studio in Zürich einschließt und wie ein Maler seine Klangwelten erschafft.
Keine einfache Konstellation diese Charaktere in ein virtuelles Konzert zu packen; der Künstler Kevin Blanc hat es aber dennoch geschafft, um die beiden eine beeindruckende elektronische Welt zu bauen, die im Einklang mit der zeitlosen Musik von Yello steht. Besonders als gegen Ende des gut 45 Minuten langen Films Hits wie „The Race oder „Bostich“ virtuell performed wurden, erreichte die Stimmung an diesem Abend ihren magischen Höhepunkt.
Für den Ausklang im Wiener Gartenbaukino sorgte DJ Wolfram alias Diskokaine, der auch am kommenden Sonntag in der Pratersauna neben Modeselektor bei der Electronic Beats Recommends Club-Tour auftreten wird. Wer sich das virtuelle Konzert Touch Yello bequem zuhause am Sofa anschauen möchte. kann das kostenlos auf videoload.de
Wie auch schon bei der Weltpremiere in Berlin haben wir auch in Wien ein Best-of-Video für euch gedreht:
Yello kommen sowohl am 30. November nach Wien als auch am 3. Dezember 2009 nach Köln und haben ihren Film Touch Yello mit im Gepäck!
Nach der Weltpremiere am 1. Oktober in Berlin präsentiert Electronic Beats Classics das multimediale Spaktakel nun auch im Wiener Gartenbaukino. Für die Österreich-Premiere reisen die Yello-Herren Dieter Meier und Boris Blank persönlich in die Bundeshauptstadt. Begleitet werden sie von Heidi Happy, die bei der Album-Produktion mitgearbeitet hat und live vor Ort performen wird.
Auch drei Tage später, am Donnerstag, den 3. Dezember, werden Yello bei der Kölner Premiere im Gloria-Theater anwesend sei und zudem für eine exklusive Autogrammstunde zur Verfügung stehen.
Rest-Tickets für sind im EB Online Shop zu haben. Zusätzlich ist auch ein begrenztes Kontigent im Gartenbaukino erhältlich:
Nach sechs langen Jahren beglücken Blank und Meier endlich wieder ihre Fans – und das gleich doppelt: Touch Yello, ihr neues Album (u.a. bei musicload.de digital erhältlich) kam nicht allein zur Welt – begleitend dazu produzierten die beiden in Zusammenarbeit mit Electronic Beats und dem Videokünstler Kevin Blanc einen gleichnamigen Film. Herausgekommen ist ein einzigartiges, visuelles und klangliches Erlebnis, das bei der Berliner Premiere im Oktober 2009 alle begeisterte.
„Wie jedes Album von Yello ruft Touch Yello beim Hörer Stimmungen, Bilder und Szenen eines Spielfilms hervor. Deswegen sind wir auch sehr glücklich, dass wir Touch Yello im Rahmen von Electronic Beats Classics verfilmen konnten“, beschreibt Boris Blank die Idee hinter dem ungewöhnlichen Projekt.
Als Vorgeschmack auf den Abend sind die Highlights der Weltpremiere in Berlin noch einmal auf EB.TV zu einem Best-Of-Video zusammengefasst.
Electronic Beats Classics presents Touch Yello
In Anwesenheit von Dieter Meier und Boris Blank
Mit Live-Performance von Heidi Happy
Montag, 30. November Gartenbaukino
Parkring 12
A-1010 Wien
Einlass: 20.30 Uhr, Start: 21.30 Uhr
Electronic Beats Classics presents Touch Yello
In Anwesenheit von Dieter Meier und Boris Blank
Donnerstag, 3. Dezember Gloria-Theater
Apostelstr. 11
50667 Köln
Beginn: 21 Uhr (inkl. Autogrammstunde mit Yello)
Aftershow party: 23.00 Uhr (with elektronischer Musik von DJ KIC & Bela von Fülöp) (6 Euro)
Zur weiteren Einstimmung empfehlen wir auch den offiziellen Trailer zum Film sowie zwei exklusive Ausschnitte aus Touch Yello: die Songs „Tiger Dust“ und „Tangier Blue“.
Touch Yello, das ist das visionäre Musikexperiment der Schweizer Elektro-Pioniere Yello. Am Montag, den 23. November feiert das virtuelle Konzert seine Online-Premiere. Das von Kevin Blanc zusammen mit Dieter Meier und Boris Blank von Yello geschaffene Werk kann entweder bei T-Home Entertainment oder FreeVideoload angeschaut werden.
In dem virtuellen Konzert vereinen sich die musikalische und die visuelle Welt von Yello zu einem Gesamtkunstwerk. Der 3D-Film ist in einem bemerkenswert neuen Stil gedreht, der perfekt vom Soundtrack – teilweise mit brandneuer Musik – ergänzt wird. Dabei werden Yello vom weltberühmten Trompeter Till Brönner und der Schweizer Sängerin Heidi Happy unterstützt.
Im Oktober wurde Touch Yello im Kino International in Berlin uraufgeführt, präsentiert von Electronic Beats. Jetzt gibt es – neben der Möglichkeit, den Fünfzigminüter online zu sehen - zwei weitere Gelegenheiten, das Werk auf der großen Leinwand zu sehen: am 30. November in Wien und am 3. Dezember in Köln . Es gibt nur noch wenige Tickets, also greift schnell zu!
Volles Programm schon in der ersten Stunde ab 21 Uhr, diesmal mit neuen Remixen von La Roux, Ratatat und Tepr. Dann werden wir uns erneut mit Boris Blank und Dieter Meier beschäftigen, denn Touch Yello – The Virtual Concert wird nach einem ersten Stop in Berlin, am 30. November im Wiener Gartenbaukino seine Österreich-Premiere feiern (weitere Infos dazu demnächst an dieser Stelle).
“Electronic Beats On Air - The Radio Sessions” von 22 bis 24 Uhr haben in dieser Woche Ellen Allien zu Gast.
Die Vorzeige-Berlinette hat sich als Resident DJane in den legendären Berliner Techno Clubs wie Tresor, Bunker und E-Werk einen Namen gemacht und den Sound der Stadt geprägt. Mit ihrem Label BPitch Control mischt sie weiter ganz vorne mit, und das weit über die Grenzen Deutschlands hinaus.
Eine Woche nach der von Standing Ovations gekrönten Premiere von Touch Yello, dem audiovisuellen Spektakel des legendären Schweizer Duos im Rahmen von Electronic Beats Classics, könnt ihr ab sofort auf Electronic Beats TV die brandneue Version des legendären Yello-Songs “Tiger Dust” sehen.
Natürlich haben wir auch ein Best-Of-Video des unvergesslichen Touch-Yello-Abends in Berlin am 1. Oktober gedreht – mit Till Brönner, Heidi Happy, Eva Padberg, Peaches, Modeselektor, Apparat und natürlich den einzigartigen Herren Blank und Meier. Jetzt aber Film ab für die die brandneue Version von “Tiger Dust”:
Letzten Donnerstag war es dann soweit, im Berliner Kino International fand die zweite Ausgabe der Electronic Beats Classics mit den schweizerischen Electro-Koryphäen Yello standen im Mittelpunkt des Geschehens.
Die Erwartungen der Musik-Fans waren hoch an diesem Abend, denn “Touch Yello” ist das erste Album seit sechs Jahren und das erste Konzert seit annähernd 30 (!) Jahren. Natürlich war es bereits im Vorverkauf und nach wenigen Tagen komplett ausverkauft. Gespannt begab sich das buntgemischte Publikum in den Kinosaal, um der Dinge zu harren, die da kommen sollten. Neben Peaches waren auch Trevor Jackson und Ian Pooley anwesend, um sich das Spektakel anzuschauen.
Nachdem alle saßen und das Licht langsam runtergedimmt wurde, erschien Dieter Meier auf der Bühne und stellte sich mit einigen Zeilen aus Yellos “Bostich” zitierterweise selbst vor und dankte dem Auditorium für das Erscheinen. Dann stellte er den “besten Trompeter der Welt” vor: Till Brönner, dieser begann dann auch sofort mit einem virtuosen Trompeten-Solo und markierte den perfekten Startschuss für die nächsten 60 musikalischen Minuten.
Nach Brönners kurzem Intermezzo kam Meier zurück auf die Bühne und stellte Sängerin Heidi Happy vor, die zwei Songs auf englisch und einen auf deutsch sang. Das Publikum war begeistert und applaudierte ihr, doch nun sollte es zum absoluten Höhepunkt des Abends kommen.
Mit einer audiovisuellen Explosion erklang ein warmer und präsenter Sound aus den Boxen, Dieter Meier, Boris Blank, Till Brönner und Heidi Happy wurden vom Künstler Kevin Blanc zu dreidimensionalen Figuren verwandelt, die morphten, sich drehten und ihre Erscheinungsfarbe änderten. Musikalisch erklang eine Mischung aus alten und neuen Stücken, die Teile des Publikums im wahrsten Sinne des Wortes vom Hocker riss. Die Menge verlieh ihrer Freude über dieses wunderbare Konzert Ausdruck, in dem sie am Ende zehn Minuten lang stehend applaudierte und jubelte.
Als die Lichter wieder angingen und die Show zu Ende war, verlagerte sich das Geschehen in den unteren Bereich des Kino Internationals, dort legte die DJs DSB, Headman und Daniel Wang bis in die frühen Morgenstunden zusammen auf.
All jene, die dieses wunderbare Konzert nicht miterleben durften, können sich die Herren Yello beim Telefonieren anschauen, immerhin eine kleine Entschädigung:
Sechs Jahre hat das Kultduo Yello mit einer neuen CD auf sich warten lassen. Im Oktober 2009 meldet sich die Kultband mit der Scheibe “Touch Yello” und einem exklusiven virtuellen Konzert im Rahmen von Electronic Beats Classics zurück. Wir unterhielten uns vorab mit den Schweizer Musikern, Regisseur und Schriftsteller Dieter Meier und dem musikalischen Kopf des Duos Boris Blank über das neue Album, die Planungen der virtuellen Show und vermeintliche Pausen zwischen der Kreativität.
Herr Blank, sechs Jahre hat das neue Album “Touch Yello” auf sich warten lassen. Wieso?
BORIS BLANK: Zum einen bin ich ein sehr langsamer Arbeiter. Ich bin Perfektionist und habe nebenbei auch viele andere Sachen gemacht. Zum anderen arbeiten wir anders als die meisten Bands: Dieter Meier und ich setzen uns nicht regelmäßig zusammen, um an Songs zu schreiben oder zu proben. Ich arbeite eher wie ein Klangmaler, der ein Bild mit verschiedenen Farben mischt, es auch mal in die Ecke stellt und wieder hervorholt und vervollständigt, bis dann genug Stücke entstanden sind, die man auch der Öffentlichkeit präsentieren kann. Deshalb empfinde ich die Veröffentlichung einer CD auch eher als Ausstellung.
Was genau können sich die Fans von der neuen CD erwarten?
BB: Das Spektrum geht von extrem hartem Funk / Jazz über typische Yello-Stücke im Sinne von “Lost Again” bis hin zu Trompetenklänge von Till Brönner und Balladen der Schweizer Sängerin Heidi Happy, die beide als Gastmusiker auf dieser Platte vertreten sind. Zu hören sind klangliche Bildwelten, die sehr für das stehen, was Yello seit vielen Jahren verkörpert.
Was also kann man bei der virtuellen Live-Show erwarten?
BB: Bebilderte Klänge und ein Eintauchen in die verrückte Welt von Yello. Es wird visuell sicherlich sehr witzig, charmant und chaotisch. Sehr, sehr Yello-like eben.
Und wieso die Electronic Beats als Partner?
DIETER MEIER: Man ist auf uns zugekommen. Wohl deshalb, weil wir eine Band sind, die artistisch die Zügel immer in der Hand hielt. Wir sind ja eigentlich – das kann man wirklich so sagen – eher ein Kunstprojekt. Dazu kommt sicher auch, dass sich die Generationen nach uns immer wieder auf uns beziehen. Ich erlebe es oft, dass junge DJs und junge Musiker Yello sehr gut kennen und gerne eine Brücke schlagen zwischen unserer Ära und der Neuzeit. Wir waren stilistisch nicht in einem Trend festzumachen, sondern sind immer sehr eigene Klangwege gegangen. Für Electronic Beats waren das offenbar gute Grundvoraussetzungen.
Yello galt und gilt immer noch als Band, die sich ständig neu erfindet. Wie schwierig ist es nach drei Jahrzehnten noch neue Ansätze zu finden?
BB: Ich denke nicht, dass wir zwangsläufig immer etwas ganz Neues kreieren konnten. Wenn man ein Gesicht mal hat, kann man es nicht immer ändern. Das können allenfalls Leute, die chirurgisch vorgehen – oder eben Madonna, die alle zwei Monate ein neues Kleidchen anzieht und in die zeitgenössischen Trends einsteigt. Aber ich glaube schon, dass diese Stimmung, die Yello als Band ausmacht, immer noch verschiedene Anreize bietet und zeitgemäß ist.
Ihr habt mit eurer Musik die Welt der elektronischen Musik mitgestaltet. Wie steht Ihr der heutigen Techno-Bewegung gegenüber, die sich daraus entwickelt hat?
Es gibt sehr viel interessantes, aber leider auch vieles, bei dem die Technologie eher mit den Musikern spielt, als dass die Musiker mit der Technologie spielen. Es ist ja heute sehr einfach geworden, schnell etwas sehr nett Klingendes auf die Beine zu stellen, aber bei vielen Stücken fehlen mir Identität, Eigenheit und auch Kühnheit. Dadurch kann diese neue Musik nicht mehr leisten, was neue Musik eigentlich leisten soll: dass sie dich irgendwo berührt, wo du noch nie berührst wurdest.
Könnte man Sie (Dieter Meier) heute also rein theoretisch noch in einem angesagten Berliner Electro-Club treffen?
DM: Doch, schon. Ich gehe ja sehr gerne aus, in Berlin sowieso immer. Andererseits habe inzwischen so viele Projekte am Laufen, dass ich jetzt nicht mehr so oft und viel auf der Piste bin wie früher.
Stichwort: Berlin. Für viele ist die Stadt ein Schmelztiegel elektronischer Musik. Wie wichtig war und ist Berlin für diese Szene?
DM: Berlin zieht Künstler aus aller Welt an. Ich glaube, dass aus dieser Fusion der verschiedensten Einflüsse etwas Neues entsteht, das der dortigen Szene eine ganz eigene Note verleiht.
Herr Blank, sie haben Ihre Arbeitsweise mal als sehr undemokratisch beschrieben, weil Sie bei der Komposition ungern Zuhörer haben und auch Dieter Meier die Songs angeblich erst in die Finger bekommt, wenn Sie damit fertig sind.
BB: Ich bin wie ein Eremit, der in Klausur arbeitet, wie ein Kind, das im Sandhaufen spielt: es ist wie eine Meditation, bei der ich nicht gestört werden will. Ich mag es nicht so, wenn mir Leute bei der Erschaffung dieser Klangwelten über die Schulter gucken.
Warum war und ist Dieter Meier dann überhaupt so wichtig für Yello?
Dieter Meier macht die Texte, meistens die Gesangsmelodien, die Videos und bringt viele Ideen, auch für die virtuellen Show. Yello ist ohne seine Stimme nicht denkbar und existiert nur durch uns beide. Wir sind ein Paar, das sich sehr gut ergänzt: er ist oft weg, und das gibt mir Zeit, ungestört an meiner Musik zu arbeiten. Wenn Dieter dann im Studio ist, entwirft er soetwas wie eine Filmrolle und wird zum Darsteller in meinen Klangbildern.
Herr Meier, wie muss man sich die Zusammenarbeit zwischen Ihnen und Boris Blank vorstellen? Eingangs erwähnten Sie, bei der eigentlichen Komposition der Yello-Stücke gar nicht dabei zu sein. Stehen Sie trotzdem im stetigen Kontakt?
DM: Menschlich schon, aber musikalisch sind wir wie zwei Fernschachspieler, die sich da gegenseitig die Züge zuschicken. Boris schafft diese wunderbaren Klangwelten, ich erfinde dazu dann meistens Texte und eine Gesangsmelodie. Zusammen bauen wir dann einen Song daraus. Boris arbeitet wie gesagt sehr lange an seinen Stücken, aber bei mir ist mein Arbeitseinsatz eher wie ein Wurf, der gelingt oder eben nicht.
Am Anfang haben sich Ihre Alben nur mäßig verkauft, außerdem haben Sie den Erfolg von Yello über all die Jahre laut eigener Aussage ‘nie aktiv vorangetrieben’. Wieso wurde die Band trotzdem zum Kult?
DM: Vielleicht gerade deshalb. Wir haben uns nie als Marketingprodukt verstanden, sondern immer ehrliche Musik gemacht, die man in keine Schublade oder in einen Trend stecken konnte. Das kann anfangs den Nachteil haben, dass der unmittelbare Erfolg etwas kleiner ausfällt, aber es hat eben auch den großen Vorteil, dass man irgendwo auch zeitlos bleibt.
Aus der Vermarktungsperspektive stand für Sie beide immer fest, dass Dieter Meier eher die Hauptrolle in der Band übernimmt? Es fällt auf, dass Sie sich bei der Berichterstattung eher im Hintergrund bewegen.
BB: Das liegt in der Natur unserer Persönlichkeiten. Ich stand schon immer lieber in der zweiten Reihe, weshalb Dieter die Rolle des Auftritts nach außen übernehmen musste. Das macht er auch sehr gut.
Eure Anzüge, die Ihr bei jedem Auftritt tragen, verkörpern diese Zeitlosigkeit dann auf visueller Ebene?
DM: Nein, das hat trivialere Gründe: Ich hab einfach gerne vernünftige Jacketts und Anzüge an und trage auch privat Krawatten und all diesen Kram. Der Stil ist also kein künstlicher, sondern Teil meiner Realität. Ich war nie ein verkleidetes Yello-Mitglied und ich glaube auch nicht, dass unser Auftreten für unseren Erfolg mitverantwortlich war.
Welche Rollen spielen bei denn die Schnurrbärte, die fast schon zum Markenzeichen von Yello wurden?
BB: Ich habe einen zu großen Abstand zwischen Oberlippe und Nase, den ich mit einem kleinen Schnurrbart kaschieren kann. Bei Dieter ist es genau umgekehrt: er hat einen schmalen Abstand zwischen Oberlippe und Nase, den er mit einem grossen Schnurrbart verdeckt. Das ist die ganze Wahrheit.
Herr Meier, man liest im Zusammenhang mit Ihrer Person immer wieder drei Begriffe: es heißt, Sie seien vor vielem anderen kultiviert, exzentrisch und visionär. Wie würden Sie sich selbst beschreiben? Immer noch als ‘Individual-Anarchist’, wie Sie es mal getan haben?
Nein, das ist so ein blöder Ausdruck, der sich irgendwie ins Internet geschmuggelt hat. Ich sehe mich eher als Produzent, der irgendwie versucht, das Kind in sich und seine Identität zu finden. Als jemand, der ständig damit beschäftigt ist, all diese Verschüttungen durch Schule und Erziehung freizulegen, um eben das zu finden, was einem die Götter gegeben haben. Bei diesem Findungsprozess entstehen in meinem Fall verschiedene Produkte und Betriebe an verschiedenen Orten der Welt, von Mischpulten über Agrarprodukte bis hin zu Bildern und Musik.
Sie haben es durch die Blume schon erwähnt: Sie sind ein sehr guter Geschäftsmann. Aber müssen wahre Künstler nicht in gewisser Art und Weise arm sein, um ihre Zerrissenheit und Getriebenheit zu behalten?
DM: Nein, das sehe ich überhaupt nicht so. Wieso muss ein Künstler arm sein, um große Kunst zu schaffen? Das ist so eine sehr bürgerliche Vorstellung vom angeblichen Leid des Künstlers, aber so muss es natürlich nicht sein. Es gibt viele arme Künstler, die ein Leben lang arm sind und kein Werk von irgendeiner Bedeutung hinterlassen, und andere, die sehr früh schon reich geworden sind und ein bedeutendes Werk erschaffen. Die Gefahr liegt in meinen Augen eher darin, dass man mit zunehmendem Erfolg zum Epigonen seiner Selbst wird und sich mit dem wiederholt, was einmal der Masse gut gefallen hat. Wenn man als Musiker einmal größere Summen verdient hat, fühlt man sich oft auch vor sich selbst verpflichtet, diesen Erfolg zu wiederholen. Es ist eine ziemliche Herausforderung, dass man - obwohl die Welt einen sozusagen vergoldet hat – kreativ weiter atmet und nicht stirbt wie die Dame im James Bond Film.
Sie sind in eine Schweizer Bankiersfamilie aufgewachsen und haben sich über die Jahre ein ansehnliches Vermögen aufgebaut. Welches Verhältnis haben Sie zu Geld?
DM: Es klingt wie ein Klischee, ist aber die Wahrheit: Geld ist für mich ein Arbeitsmaterial, mit dem ich – wenn ich es zur Verfügung habe – meinen Zirkus vergrößere. Früher war es noch ein Kleinzirkus mit einem Esel und einem Affen, inzwischen ist es ein Zirkus, in dem auch ein paar Elefanten und gewagte Trapeznummern auftreten. Aber ich glaube, die Qualität ist nicht gegeben durch die Masse. Man kann mit sehr wenig sehr viel machen und umgekehrt. Wenn wir so eine Live-Show mit Electronic Beats planen, vergrößern wir unseren Zirkus auch gerne, aber wenn das alles nicht mehr ginge, wäre ich wahrscheinlich mit einem Bleistift und ein paar Blättern Papier genauso glücklich. Man darf nicht vergessen, dass ein großer Zirkus auch viele organisatorische Verpflichtungen voraussetzt, die als Gewicht auf den Schultern lagern. Die Leichtigkeit des Tuns sinkt dann ganz schnell.
Irgendwie ist Ihre Person auf keinen gemeinsamen Nenner zu reduzieren. Ist das etwas, das Sie Ihren Kindern auch als Lebenseinstellung vermitteln? Sich ständig auszuprobieren, Neues zu machen und nie zufrieden zu sein mit dem Ist-Zustand?
DM: Mit Unzufriedenheit hat dieser Antrieb nichts zu tun. Es ist eher eine Entdeckerfreude. Was ich versuche, meinen Kindern weiterzugeben, ist ein Sich-Wundern, ein Sich-Einlassen auf Dinge und auch vor Niederlagen keine Angst zu haben. Unsere Welt verhöhnt ja den, der etwas probiert und scheitert. Das ist natürlich etwas Schauriges, und die Angst davor hindert viele Leute davor, sich zu finden oder zu erfinden.
Das so genannte Scheitern darf nicht als Niederlage stigmatisiert werden. Es ist genauso Teil der Erfahrung wie der Erfolg, welcher gerade bei Künstlern oft mit Glück und Zufall zu tun hat.
Was ist für Sie wahrer Luxus?
DM: Das hängt vom Tag ab. Es gibt ja dummen Luxus und wirklich guten Luxus, aber das ist ein weites Feld. Der größte Luxus ist aber tatsächlich die geistige Freiheit. Die Tatsache, nicht in einem System leben zu müssen, dass dich einmauert. Die Freiheit, sich als ein winziges Stück Welt zu suchen und auf dem nie endenden Weg zu werden wie ein Kind.
Herr Blank, wenn Sie mal ganz an Ihre Anfänge zurückdenken: Worin bestehen die größten Unterschiede zwischen der Herstellung Ihrer ersten Platte und der Herstellung der aktuellen Scheibe?
Ich bin inzwischen weniger hastig und ungeduldig. Damals habe ich die Stücke ausgeschmückt wie einen Christbaum, es konnte nie genug Schmuck darauf sein. Die Musik war extrem quirlig und man hörte sofort, dass ich diese Klanggebäude extrem vollgestopft hatte. Heute fühle ich mich eigentlich ganz wohl damit, dass man unsere Musik etwas mehr durchfühlen kann. Sie ist weniger zappelig und nervös. Aber in der Phantasie und im strukturellen Aufbau sind wir dieselben geblieben. Till Brönner hat neulich zu mir gesagt, dass man schon nach zwei Takten hören kann, wenn es ein Song von Yello ist. Das ist das schönste Kompliment, das man mir machen kann. Denn es beweist, dass unsere Eigenart, unser Gesicht und unsere Widererkennbarkeit noch immer vorhanden sind.
Electronic Beats Classics presents Touch Yello: Dieses bahnbrechende Event wird am 1. Oktober 2009 im historischen Kino International Berlin stattfinden.
Das neue Album von Yello “Touch Yello” erscheint am 2.Oktober bei Universal-Music.
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